ITU European Championship

Simone KumhoferAllgemein, News0 Comments

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Challenge Tyrol Walchsee Kaiserwinkel

Für mich stand am Sonntag mein Saisonhighlight bei der diesjährigen EM am Walchsee an. Nachdem jedes Rennen in dieser Saison wirklich gut lief, erhoffte ich mir für die EM einfach nur noch einmal meine gute Form präsentieren und meine Leistung abrufen zu können. Wie schon öfter in diesem Jahre reiste ich bereits zwei Tage vorher an, um jeglichen Stress zu vermeiden, richtig anzukommen und in Ruhe und mit der nötigen Gelassenheit die letzten Rennvorbereitungen vor Ort treffen zu können. Auch meine Eltern waren wieder einmal dabei, was mir sehr viel bedeutet! Wir haben uns ein nettes Hotel direkt in Kranzach nur wenige Gehminuten vom See organisiert und allein der Ausblick von meinem Hotelzimmer war schon ein Traum. Ich mag die Gegend um den Walchsee wirklich gern und vor allem die Radstrecke, die ich im Vorfeld schon ein paar mal abgefahren war, taugt mir total. Kein unendlicher Anstieg oder Berg, dafür zahlreiche Kuppen, kurze knackige Anstiege, viele technisch-anspruchsvolle Passagen und Abfahrten, die einiges an fahrerischem Können vorauszusetzen. Also ganz klar eine Strecke die mir liegt.

Chris kam am Samstag nach und hatte zuhause noch einmal dafür gesorgt, dass mein Rad das perfekte Set-Up hat und somit stand einem guten Rennen nur noch wenige Stunden und jede Menge Bauchweh im Weg. Scheinbar war ich doch nervöser als sonst. Zumindest mein Körper reagiert dementsprechend sensibel.
Am Abend bzw. in der Nacht ließen wir uns es aber nicht nehmen noch einige Zeit das Rennen der 70.3 Weltmeisterschaft in Australien anzusehen. Leider oder gsd bin ich jedoch schnell eingeschlafen.

Am Rennmorgen sorgten meine lieben Freundinnen Ines und Theresa aus Kärnten für die totale Überraschung, als sie plötzlich kurz vor dem Start vor mir standen! WAHNSINN – ich war so überrascht und dankbar! MEGA GENIAL solche Freunde zu haben! Extra um 3 Uhr in der Früh aus Villach angereist, um mich zu unterstützen! DANKE Mädels!

Pünktlich um 9:15 startete das Rennen mittels Rolling Swim Start – meine persönliche Meinung? Diese Art des Startes macht für mich kaum einen Unterschied, ausser dass ich nie weiß wo ich im Rennen liege und dass die starken Schwimmerinnen, die am Rad weniger stark sind, klar im Vorteil sind – ALSO definitiv nicht ich! Somit ist es mir eigentlich egal. Ich hatte noch nie eine der so oft propagierten Schlägereien im Wasser, insofern macht es für mich keinen Unterschied!

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Ich fand im Schwimmen relativ spät zu meinem Rhythmus, was mich aber auch nicht weiter gestört hat und somit stieg ich recht entspannt nach 29:26 aus dem Wasser. Für mich absolut okay und zufrieden stellend!
Ein langsamer Wechsel, wie immer, da ich meine Socken ja immer schon fürs Radfahren anziehe, immer noch zu tollpatschig bin, um die Schuhe am Rad zu montieren und dann rauf hüpfe – also mit Schuhen läuft es sich in der langen Wechselzone nicht so fein, aber dafür gibt es dann keine Unsicherheiten und sobald ich am Rad bin, kann ich Vollgas geben. Das tat ich auch! Am Rad wusste ich gleich, dass das ein sehr feiner Tag am Rad werden kann (noch nicht ahnend was hier noch an Verkehr, Stau und gefährlichen Situationen auch mich zu kommen wird). Ich fand schnell ins Rennen und fuhr mein Tempo, sammelte von Kilometer zu Kilometer zahlreiche Männer und einige Frauen ein und versuchte mich intuitiv an meine geplanten Vorgaben zu halten. Nicht zu hart zu fahren, aktiv immer wieder aus dem Sattel, Wiegetritt, viel Schalten, die nötige Frequenz zu fahren, um meine Muskulatur durch die zahlreichen Hügel nicht allzu sehr zu ermüden.
Just a clever ride!

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Oft werde ich gefragt was ich mit “clever Radfahren” meine. Genauso wie man zum Schwimmen und Laufen eine gewisse Technik benötigt, bedarf es auch am Rad ein Maximum an Können. Ich setzt mich nicht einfach auf das Rad und pedaliere wild darauf los. Jedes Streckenprofil erfordert eine andere Herangehensweise; ich beobachte viele Triathleten oft, dass sie kaum schalten – für mich unvorstellbar – genauso wie im Auto, kann ich nur das Maximum an Leistung (Druck, Watt…) aufs Pedal bringen, wenn ich in den richtigen Gang schalte! Ansonsten leidet die Muskulatur oder das kardiovaskuläre System und benötigt unnötig viel Energie. Gerade für mich als noch nicht so starke Läuferin ist das enorm wichtig.

Die erste Radrunde absolvierte ich in 1:09:42 und versuchte bewusst nie mehr als 250 Watt zu fahren, die zweite Runde war unverhältnismäßig schwieriger zu fahren, da nun doppelt soviele Athleten auf der Strecke waren und das machte die Sache sehr sehr schwierig, oft gefährlich und leider gab es wieder zahlreiche unfaire Sportler, die die Gunst der wenigen Marshalls nutzten und sich eifrig vor dem Wind hinter anderen Athen verstecken. Somit habe ich wunderbare Fotos und Videos mit tollen Verfolgern hinter mir und oft frage ich mich, ob ihnen das nicht wirklich zu peinlich ist hinter einem Mädchen zu lutschen – naja muss jeder für sich entscheiden.

Somit erreichte ich nach 2:22 die T2 und war somit knapp 2:56 im Rennen und das war mega genial für mich! Dass ich beim Laufen schon enorme Fortschritte gemacht habe, war mir klar, jedoch wusste ich auch dass nun meine schwächste Disziplin auf mich wartet.20x30-CWGB0102 Bei mittlerweile hochsommerlichen Temperaturen, die mir auch nicht so liegen, lief ich die ersten beiden der 4 Runden um den Walchsee noch recht ordentlich, doch dann wurde es zäh. Ich versuchte so gut es geht zu verpflegen, doch nun zahlte ich auch den Preis des wenigen Trinkens auf dem Rad – Dinge dir mir im Nachhinein immer als total dämlich erscheinen, im Rennen aber immer noch nicht wirklich gut funktionieren. Schlussendlich dürfte ich jedoch happy und wirklich zufrieden nach 4:36:6 ins Ziel laufen, als 11. gesamt (Radsplit hinter Julia Gaijer der zweit schnellste, nach dem Radfahren mitten im Profifeld auf P4), erste in meiner AK und Europameisterin,

Nun geht es für mich in eine Phase der Neuorientierung und Planung, am 26. September startet außerdem das Abenteuer Hawaii. Way4go!!!

Ergebnisse online! 

 

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